Baptiste Sibé

Fotografien

Eine Straßenfotografie traditioneller Inspiration, die nicht die aktuellen Codes der Disziplin - spektakulär, aber oft repetitiv - aufgreift, sondern versucht, wieder an die rohe Modernität eines Robert Frank oder William Klein anzuknüpfen.

Ohne die Suche nach einem reinen Ästhetizismus und nach humorvollen Anekdoten aufzugeben, führt uns diese erste Fotoserie zu den Quellen der Tradition.

Es geht um Straßenfotografie in ihrer authentischen Form: einfach und wahrhaftig. Keine Inszenierung, keine gewählte Beleuchtung oder zweite Chance, die Fotos werden hier im Fluge eingefangen.

Dort finden sich jedoch die strengen Codes des Genres, die die Subjektivität des fotografischen Blicks eindringlich festschreiben. Hier steht man also abseits des Fotojournalismus und seiner Forderung nach Neutralität in dem Versuch, eine andere Wahrheit zu finden, die durch persönliche Zeugenaussagen offenbart wird.

Obwohl dieses Werk spontan und ohne Rückgriff auf irgendwelche Kunstgriffe entstanden ist, versucht es, die Zweideutigkeit unserer modernen Gesellschaften zu beschreiben, in denen der Humanismus allmählich der Ökonomie weicht und den materiellen Komfort um den Preis der Kommodifizierung der sozialen Beziehungen und der daraus folgenden Entmenschlichung verbreitet.

Wir hoffen, dass es bei Ihnen ein Echo findet.

2011 - Festival Supernova de Montpellier - Série "Agent Orange"